Einfach mal…die Spielwelt erkunden

In unserer Familie wurde früher nicht viel gespielt. Monopoly, UNO und Mensch ärgere dich nicht waren die einzigen Gesellschaftsspiele, die bei meinen Geschwister und mir ab und zu mal auf den Tisch kamen. Da meine Mutter nicht gerne spielte, war sie sowieso außen vor und überhaupt war unsere Familie eher von Nintendo und Barbie geprägt. Erst als ich mein Freund kennen lernte – oder besser gesagt seine Familie – fing ich langsam an auch andere Gesellschaftsspiele zu spielen. 4 Jahre Beziehung und etliche Spielabende später bin ich ein Riesenfan von allen möglichen Brettspielen geworden! 

Unsere gemeinsame Leidenschaft führte uns in diesem Jahr zum ersten Mal zur SPIEL, der größten Brettspiel-Ausstellung der Welt, in Essen. Ich möchte dir in diesem Blogbeitrag ein bisschen davon berichten und meine Favoriten an Spielen empfehlen.

Tag 1:

Nach der Arbeit ging es für uns mit dem ICE nach Essen und direkt ins Hotel. Da es schon recht spät war, planten wir nur noch den nächsten Tag, also an welche Stände wir gehen würden. Wir hatten uns Tickets für zwei Tage auf der Messe besorgt, deshalb konnten wir uns Zeit lassen.

Vor Messeahalle

Foyer Messe Essen, Sören Oldag 2017

Tag 2:

Um 8:30 Uhr ging es Richtung Essen Hauptbahnhof und nach einem Zwischenstopp beim Bäcker weiter zur Messe. Dort empfing uns schon eine Masse an Brettspiel-Fans, die sich im Foyer des Messegebäudes sammelten.  Wir hatten noch ca. eine Stunde Zeit bis die Türen der Ausstellungshallen sich öffnen würden und genossen erstmal gemütlich unser Frühstück. Zu unserem Glück standen wir relativ weit vorne, sodass wir schnell zu den ersten Ständen laufen konnten, als es bereits eine Viertelstunde früher losging.
Die große Zahl an Menschen machte mir persönlich etwas Angst, auf der anderen Seite freute ich mich, dass so viele Leute Spaß am Spielen haben und deshalb auf dieser Messe waren. Zuerst waren wir etwas überfordert und wussten nicht, wo wir zuerst hin sollten. Wir beschlossen zuerst einmal die Spiele zu kaufen, die wir vorbestellten hatten bzw. diese, die wir unbedingt haben wollten (u.a. Terraforming Mars, die Magic-Maze-Erweiterung) und uns dann treiben zu lassen.
Wir probierten Spiele, wie Merlin aus, und schauten uns alle Stände in Ruhe an. Das einzige Problem war, dass natürlich alle Besucher möglichst viele Spiele ausprobieren wollten, sodass man teilweise keinen Platz bekam. Da wir aber keine Zeit beim Warten verschwenden wollten, mussten wir bei einigen Spielen Abstriche machen und konnten diese nicht ausprobieren.

Messestand von Amigo Verlag

Amigo-Stand, Sören Oldag 2017

Tag 3:

Der zweite Tag auf der Messe startet ähnlich, wie unser erster Tag mit einem Besuch beim Bäcker und dem Frühstück während des Wartens im Messefoyer. Heute würden wir die restlichen zwei Ausstellungshallen unsicher machen und die restlichen Spiele auf unserer Must-Have-Liste einkaufen. Wir stellten zu unserer Verwunderung fest, dass das Spiel Altiplano bereits ausverkauft war, sodass mir nichts anderes übrig blieb mir zu meinem Trost nur ein Mechandise-Shirt zum Spiel zu kaufen und mich mit einem anderen Spiel zu trösten! 🙂
Unser zweiter Tag, der Freitag, war wesentlich besser besucht als Donnerstag. Da fiel es noch schwerer einen Platz zum Spielen zu finden. Dennoch konnten wir ein paar kleinere Spiele ausprobieren und sogar im Falle von The Networks den Autor des Spiels treffen und ein Autogramm bekommen. Gegen Nachmittag merkten wir dann beide, dass wir erschöpft waren und uns leider auch ein wenig an den Spielen satt gesehen hatten. Dennoch nutzen wir die Zeit bis zu unserer Abfahrt noch und fuhren mit einem Glücksgefühl und vielen, tollen, neuen Spielen zurück nach Hause.

Käufe der Spielemesse

Ausbeute der Spielemesse 2017, Mirjam Langer

Meine Highlights:

1.) Besonders gut hat mir gefallen mit welcher Passion gerade die kleinen Verlage und deren Autoren von ihren Spielen gesprochen haben. Beispielsweise überzeugte mich das Gespräch mit den Autoren von Brides & Bribes von dem Spiel und ich freute mich, dass ich den Verlag unterstützen konnte. Ich freue mich schon das Spiel das erste mal zu spielen.

2.) Wie bei jeder Veranstaltung, auf der viele Menschen aufeinander treffen gab es Gedrängel und eine laute Geräuschkulisse, jedoch war ich total begeistert, dass alle so friedlich waren. Zu keiner Zeit wurde jemand aggressiv oder schubste, sondern die Atmosphäre gleichgesinnter, passionierter Spieler schwebte über allem.

3.) Wie bereits oben beschrieben, war es oftmals schwierig einen Platz zum Spielen zu bekommen. Ein paar mal setzten wir uns zu anderen Spielern oder andere Besucher schlossen sich uns an. Dabei war schön zu sehen, wie sehr Gesellschaftsspiele einander näherbringen. Aus Fremden wurden Mitstreiter oder auch Komplizen.

Meine Lieblingsfundstücke der Messe:

1.) Brides & Bribes: Dieses Spiel nimmt dich in das Italien der Renaissance mit, wo du als Edelmann deine Geschäfte stärkst und/oder durch Heirat mit einer angesehenen Frau Status und Geld erhälst.

2.) Heaven & Ale: Bei diesem Spiel schlüpfst du in die Rolle eines Mönchs, der mithilfe von Rohstoffen aus dem Klostergarten sein eigenes Bier brauen möchte.

3.) Die Erweiterung zu Auf den Spuren des Marco Polo: Mit dem zusätzlichen Spielfeld inklusive neuen Aktionen kannst du nun noch schöner die Abenteuer und Reisen des Marco Polo nachspielen.

Gut, dass die kalten Tage sich nähern, denn wir brauchen nun viel Zeit, um die neuen Spiele auszuprobieren. Freunde, eine heiße Tasse Tee und etwas leckeres zu Knabbern und schon kann es losgehen!

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Einfach mal…allein ins Kino gehen

Kennt ihr das: Man schaut Trailer bei YouTube oder im Kino und nimmt sich vor, jeden der interessanten Filme anzuschauen und letztendlich​ schaut man 1 von 10 dieser Filme. Aufgrund von zu hohen Kinopreisen, fehlender Zeit oder keiner passenden Begleitung setzt man sein Vorhaben nicht um und vergisst die Filme wieder.

Ich bin eigentlich ein riesiger Fan von moderner Filmkunst und schaue lieber einen langen Spielfilm, als mich von Folge zu Folge einer Serie zu hangeln. Versteht mich nicht falsch, es gibt durchaus gute Serien mit Suchtpotential! Jedoch finde ich, dass man mit den Effekten und Emotionen in einem Film, wesentlich mehr in Menschen auslösen kann, als in einer Serie, in der sich Charaktere auf der anderen Seite über einen längeren Zeitraum weiterentwickeln. Beide Formate haben ihren Vorteil! Meine absoluten, subjektiven Favoriten sind aber, wie gesagt, Spielfilme. Besonders Dramen und Psychothriller haben es mir angetan: Erstens kann man sich mit so vielen Charakteren identifizieren, denn das Leben schreibt ja bekanntlich die besten Geschichten. Zweitens kann man durch diese nicht nur die Abgründe der menschlichen Seele zeigen, sondern mit vielen subtile Mitteln spielen und somit Botschaften an die Zuschauer senden. Sie ähneln am ehesten Büchern, die diese Botschaften natürlich viel ausführlicher und manchmal auch authentischer verbreiten können.

Zurück zu den Filmen, die in unserem Hinterkopf verschwinden und nicht geschaut werden, obwohl sie ihr Geld oder die Zeit durchaus wert wären. Ich hab endlich Mal den Schritt gewagt und bin allein ins Kino gegangen. Ich kann euch sagen, dass es eine gute Entscheidung war! Ich war nicht abgelenkt von meinem Sitznachbarn, der mit mir reden oder, dem ich etwas erzählen will. Stattdessen freute ich mich darauf, meinem Freund später von dem Film zu erzählen und war den ganzen Film über ganz aufmerksam! Ich konnte auf Dinge achten, die mir mit Freunden womöglich nicht aufgefallen wären. Das einzige Manko: Ich konnte nicht detailliert über das Thema und die Motive in dem Film sprechen, denn das gestaltet sich schwer, wenn das Gegenüber den Streifen nicht kennt.

Fazit: Ich würde es immer wieder tun! Ich habe beschlossen zukünftig öfter allein in Filme zu gehen und diese dann in vollen Zügen zu genießen! Und wisst ihr was, ich werde auf diesem Blog auch ab und zu Filmrezensionen posten, damit ich meine Gedanken trotzdem mit jemandem teilen kann. 🙂